Posted by on Feb 5, 2016 in Aktuelles |

 

Eine meiner Klientinnen erzählte mr einen Traum, den sie oft träumte:

“Ein Kind steht am geöffenten Fenster eines Hauses, an einem Marktplatz, auf dem viele Menschen sind. Das Kind will springen und es ist sehr hoch. Es zögert lange. Mehrere Leute sehen das Kind, aber sie tun nichts und erledigen weiter ihre Einkäufe. Das Kind springt schließlich und stirbt, als es auf dem Boden aufschlägt. Die Leute sehen das tote Kind und beginnen es zu bedauern, aber niemand fragt: “Warum hat dieses Kindd das getan?” Sie vergessen das Kind und fahren mit ihrem Leben fort.”

Die Geschichte ist die Geschichte unseres eigenen inneren Kindes. Wenn ein Kind nicht ausreichend genährt wurde, keine Zuwendung, Anerkennung und Liebe empfangen hat, wenn nicht alle für sein Heranwachsen unverzichtbaren Bedürfnisse befriedigt wurden, dann leidet es und kann daran sterben. Wenn dieses Kind dann erwachsen ist, lebt es weiter, aber sein inneres Kind ist tot, vergessen.

Die Erwachsenen wissen nicht mehr, warum sie leben, und handeln wie Roboter, wie Automaten, und sie stellen sich nicht mehr die Frage: “Warum ist mein Leben so?” Sie tun es nicht, weil sie nicht mehr sehen. Sie sind in ihre Gewohnheiten gegangen, in ihre materielle Sicherheit – das ist der kleine Tod.

Die moderne Gesellschaft kreiert diesen kleinen Tod. Um die Menschen besser dominieren zu können, zu kontrollieren und um Macht über sie zu haben, indem sie Kompensatoren anbietet (Drogen, Alkohol, Arbeit, exzessives Konsumieren, Urteil, Kritik, Träume…).

Um dem inneren Kind wieder Leben zurückzugeben, muss sich der Erwachsene zuerst um sich selbst kümmern, weil das die einzige Person ist, die helfen kann. Der Erwachsene ist der einzige zwischen seinem inneren Kind und dem Außen, den anderen. Um diesen kleinen Tod transformieren zu können, muss der Erwachsene sein Herz öffnen, indem er seine Emotionen ausdrückt, sich von seinen Konditionierungen und Ängsten befreit. Nur so kann er seine Unschuld wiederfinden, seine Spontanität, seine Verletzlichkeit und die bedingungslose Liebe des Kindes.

Dies verlangt einen ungeheuren Mut, aber das Kind braucht es wirklich, um zu wachsen und seinen Erwachsenen wiederzufinden. Beide zusammen können dann mit sehr viel Klarheit, Freude, Heiterkeit und Freiheit durch diese chaotische Periode gehen. Dieser Weg nennt sich der spirituelle Weg.