Posted by on Sep 13, 2016 in Aktuelles |

„Heiler, heile Dich selbst!“

„Wir alle sind Heiler und die erste Person, die ich heilen muss – das bin ich selbst!“ – sagt Manish. Er muss es wissen, schließlich ist er Heiler seit über 35 Jahren!

Eine große Wende in seinem Leben war 1988 die Begegnung mit Osho. „Heiler, heile dich selbst!“, gab Osho ihm damals mit auf den Weg. Und dieser Satz wurde Manish zur Maxime: „Seit langer Zeit arbeite ich an mir selbst und ich finde, dass ist das beste Werkzeug, um zu heilen! Dann kannst du auch anderen helfen, sich selbst zu heilen…“

Sicher gibt es sehr unterschiedliche Wege des Heilens. Die Arbeit von Manish basiert vor allem auf der Befreiung unterdrückter Emotionen, dem körperlichen und verbalen Ausdruck und der Bewusstwerdung.

? In deiner Arbeit hat die eigene Verantwortung des Klienten einen zentralen Platz. Haben nicht aber die meisten Menschen, die einen Heiler aufsuchen, eher Erwartung: Der Heiler überträgt seine Energie und die Krankheit geht von dannen?

! Das mag schon so sein, aber ich finde diesen Ansatz im Grunde unreif. Es ist das alte katholische System, was den Menschen ihre eigene Verantwortung nimmt. Es ist ja nicht Gott sondern der Mensch selbst, der die Fähigkeit hat, sich zu heilen. Das war ja auch der Ansatz von Osho und ich glaube, er hat mehr Menschen geheilt als jeder Heiler, weil er ihr System der Bewusstwerdung geändert hat. Seine Dynamische Meditation hat Tausende geheilt – er brauchte dafür keine Engel!

In den ersten Jahren meiner Arbeit habe ich vor allem mit Ärzten zusammen gearbeitet. Sie schickten mir ihre aussichtslosen Fälle. Vielen konnte ich mit meiner Technik Energetic Breathing helfen – anderen nicht. Immer klarer wurde mir jedoch im Laufe der Jahre die Bedeutung der individuellen Verantwortung. Ich erlebte nämlich auch eine ganze Reihe Kranke, die nicht wirklich den Wunsch hatten, gesund zu werden. Sie waren krank, weil sie krank sein wollten! Es ist sicher hart, so etwas zu sagen, aber ich bin absolut überzeugt, dass es so ist. Sie begaben sich in das System der Heilung, weil ihre Umgebung das von ihnen erwartete. Sie sagten: Ich will gesund werden, weil ich meine Familie nicht allein lassen will!, aber sie machten es eben nicht für sich selbst. Sie waren nicht bereit, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

? Ist der eigene Wunsch gesund zu werden, tatsächlich das A und O? Wieso sind Heiler dann bei bestimmten Krankheiten wie zum Beispiel einer Gürtelrose oft erfolgreich – bei anderen Krankheiten wie Krebs dagegen nur in seltenen Fällen. Glaubst du denn, dass die Leute durchaus von ihrer Gürtelrose geheilt werden wollten – nicht aber von ihrem Krebs?

! Wenn wir über Krebs reden, betreten wir ein anderes Gebiet. Für mich gibt es zwei unterschiedliche Arten von Krankheit. Die eine ist hauptsächlich körperlich – die andere findet vor allem im „emotionalen Körper“ statt. Meines Erachtens betrifft der Krebs vor allem den emotionalen Körper. Wenn wir zum Beispiel einen schweren Schock erleiden, dann bildet sich etwas, was ich als „emotionale Zyste“ bezeichne. Die unterdrückte Emotion wandelt sich im Körper in kleine Blasen um. Wenn diese Emotion nicht ausgedrückt werden kann, manifestiert sie sich körperlich. Sie wird zu einer mikroskopisch winzigen Zyste, – und die wächst weiter, wenn die Information, die sie enthält, neu geweckt wird. Zum Beispiel dadurch, dass ich als Kind traumatische Erlebnisse des Verlassen-Werdens hatte und sich dieses Trauma wiederholt, wenn sich später mein Partner von mir trennt. Dann kann durch diesen erneuten Schock aus der winzigen Zyste Krebs heranwachsen. Übrigens hat die Wissenschaft mittlerweile anerkannt, dass es diese emotionalen Zysten tatsächlich gibt. In der Epigenetik spricht man diesbezüglich von „Methylen“ bzw. von „Methylgruppen“ die sich an der RNA absetzen und Veränderungen bei der Zellteilung bewirken.

Ich konzentriere mich in meiner Arbeit auf den emotionalen Körper. Die Transformation der Krankheit geschieht durch emotionalen Ausdruck, Meditation, Entspannung und Wohlbefinden. Und da ist mir wichtig, dass Heilung mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit – die Heilung muss auch das Bewusstsein erfassen. Denn wenn eine Person ihre Krankheit überwunden hat, nicht aber ihr Grundsystem durch Bewusstheit verändert hat, dann ist es sehr gut möglich, dass sie wieder krank wird.

? Du sagst, nicht gelöste, unausgedrückte Emotionen können Krebs verursachen. Impliziert diese These nicht eigenes Verschulden: Ich habe falsch gelebt und deswegen bin ich jetzt krank!?

! Mir geht es um etwas Anderes. Gut, da ist etwas falsch gelaufen. Vielleicht war ich unbewusst, vielleicht war ich ein „schlechter“ Raucher, ein „schlechter“ Trinker oder habe meine Traumata nicht gelöst – aber das ist die Vergangenheit. Jetzt geht es nicht um Schuld, sondern um Verantwortung! Es ist jetzt meine Verantwortung, bewusst mit der Situation umzugehen. Ich bin nicht der Körper – aber es mein inneres Sein mit meinem freien Willen, mit meinem Bewusstsein, das den Körper heilen kann. Und je nachdem wie weit die Krankheit fortgeschritten ist, werde ich den Körper vielleicht nicht mehr heilen können. Aber etwas Anderes kann ich in jedem Fall lernen: bewusst mit der Situation umzugehen! Und damit helfe ich nicht nur mir selbst, sondern auch meiner Umgebung.

? Dennoch wird ein so komplexes Geschehen wie Krebs nicht nur durch innere Prozesse ausgelöst sondern auch durch äußere. Wer zum Beispiel das Pech hatte, in der Nähe von Tschernobyl zu leben, hatte ein deutlich höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. Wie siehst du diese äußeren Faktoren?

! Natürlich hat diese Reaktorkatastrophe bei vielen Menschen zu Krebs geführt. Nur bin ich auch davon überzeugt, dass der, der sagt: „Wegen Tschernobyl bin ich krank!“ – schlechtere Überlebenschancen hat – als jemand, der sagt: „Mein Körper ist verletzt – was kann ich jetzt tun? Was auch immer die Krankheit verursacht hat, – jetzt ist es meine Verantwortung, mit diesem geschädigten Körper umzugehen.“ Für mich macht diese Haltung des Bewusstseins den großen Unterschied!

? Ist in deiner Vision das Bewusstsein der entscheidende Schlüssel zur Transformation?

! Absolut! Der Schlüssel heißt Akzeptanz: Ich erkenne an, dass mein Körper krank ist und ich akzeptiere ihn so wie er ist. Ich liebe mich mit diesem Körper, auch wenn er krank ist. Das ist die Transformation, die wahre Heilung!

Ich will nicht sagen, dass du damit jede Krankheit heilen kannst, aber du kannst dich selbst heilen! In meiner Vision ist die körperliche Krankheit nicht das größte Problem. Der Körper ist nun einmal endlich und Krankheit und Tod werden immer Teil des Lebens sein. Natürlich halten wir am Körper fest, weil er unser Fahrzeug ist, aber dahinter gibt es noch eine andere Dimension: das Bewusstsein. Und das Bewusstsein ist wichtiger als die Krankheit, denn es ist unberührt von der Krankheit. Es bleibt über den Tod hinaus.