Wir sind soziale Wesen (MANN und FRAU) und wir haben mehrere unterschiedliche Rollen, zwischen denen wir hin und her wechseln.

Ein MANN und eine FRAU sind ein Liebespaar. Wenn sie sich begegnen, spielt der Mann die Rolle des Geliebten und die Frau die Rolle der Geliebten. Später heiraten sie und übernehmen die Rollen von Ehemann und Ehefrau. Haben sie Kinder, nehmen sie weitere Rollen ein, die der Mutter und die des Vaters. In ihrem Leben als Paar praktizieren sie also unterschiedliche Rollen, je nach Moment, Ereignis und Anforderung. Die Wichtigkeit liegt darin, die Rollen nicht zu vermischen.

Idealerweise erfüllt die FRAU also die Rolle der Geliebten, der Ehefrau, der Mutter, der Partnerin, der Berufstätigen etc. Wenn diese Frau dagegen  in ihrer Kindheit einen Mangel erfahren hat, ist sie unreif, die „unvollständige“ Frau. Sie agiert dann teilweise wie ein kleines Mädchen und alle ihre Rollen werden durch die Energie des kleinen Mädchens beeinträchtigt. Sie wird dann in der Beziehung nicht den erwachsenen MANN suchen, sondern den Vater oder den kleinen Jungen. Genauso wie der Mann, der sich wie ein kleiner Junge verhält, seine Ergänzung in der Mama sucht, aber niemals in der FRAU. Auf diese Weise können die beiden zu Bruder und Schwester oder Freund und Freundin werden, selbst in der Sexualität.

Wenn ein unreifer Erwachsener vorgibt, Angst vor dem reifen MANN oder der reifen FRAU zu haben, dann deswegen, weil er selbst noch ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen ist. Ein reifer MANN und eine reife FRAU suchen immer den Austausch mit dem reifen Gegenüber.

Je größer der erlittene Mangel ist, desto mehr drücken sich der kleine Junge und das kleine Mädchen oder die Mama und der Papa aus. Je mehr der Mann jedoch ein reifer MANN ist und die Frau eine reife FRAU, desto mehr sind sie fähig, ihre Rollen vollständig zu erfüllen und zu leben.

Siehe Der Mangel, Das Potenzial, Die Entwicklungsspirale