Ein Urteil wird bewusst oder unbewusst abgegeben. Es ist der Ausdruck dessen, was wir zu schenken haben – im Negativen wie im Positiven. Wichtig ist, wie wir das Urteil anderer aufnehmen und dass wir weder den Richter noch das Urteil verurteilen, sondern es empfangen, anerkennen, akzeptieren und transformieren.

Wenn uns ein Urteil verletzt, bedeutet das, dass es in uns eine Resonanz erzeugt. Diese Resonanz deckt eine Wahrheit auf, die zu uns gehört.

Nehmen wir das Beispiel „Du bist schön“. Wenn wir von diesem Urteil berührt sind, dann deshalb, weil unser Ego es ablehnt oder es zur Manipulation und zur Ausübung von Macht benutzt. Wenn wir es akzeptieren würden, würde es uns nicht berühren.

Die Resonanz wahrnehmen:

Wenn es keine Glocken in uns gäbe, würde es auch keinen Klang geben, keinen Lärm, keine Resonanz. Das wäre Transparenz (Durchlässigkeit).

Das Urteil anderer zu akzeptieren, ist eine Weisheit, die uns wachsen lässt. Das führt uns gezwungenermaßen zu uns selbst zurück. Wenn wir sie empfangen, können wir mit ihr arbeiten, um zu wachsen. Wir können nur an dem arbeiten, was wir anerkennen.

Das Urteil ist eine Projektion unserer eigenen Resonanz. Die Projektion ist die Reflektion unserer Probleme.

Der Rat und das Urteil anderer sind Geschenke der Existenz, damit wir eine Sicht entwickeln und eine Wahl treffen können. Die Wahl und die Entscheidung liegen ausschließlich bei uns selbst. Wenn wir auf der Basis unserer eigenen Wahl und unserer eigenen Entscheidung einen Fehler machen, dann ist das unser eigener Fehler. Wenn wir dagegen einen Fehler aufgrund des Rats oder Urteils eines anderen machen, dann sieht unser Verstand bzw. unser Ego ihn nicht als den eigenen Fehler an, sondern als den Fehler des anderen oder des Äußeren. Diesen Fehler können wir nicht benutzen, um uns zu transformieren. Wir können nur an unseren eigenen Fehlern, d. h. an den Fehlern, für die wir selbst die Verantwortung übernehmen, arbeiten oder sie verstehen, wiedergutmachen und uns davon befreien. Wir können nicht an den Fehlern anderer oder des Äußeren arbeiten.