Der Heiler kommt mit seinem Klienten zusammen und bittet ihn, sich ihm gegenüber auf den Boden zu setzen. So kann der Klient darüber sprechen, welchen Grund sein Kommen hat, und seine Probleme, von denen er hofft sich zu befreien, ausführlicher erklären.

Nach diesem Austausch bittet der Therapeut den Klienten, sich mit geschlossenen Augen auf eine Matte zu legen, und legt ihm ein Kissen unter die Schultern.

Der Heiler setzt sich auf die linke Seite des Klienten und bittet diesen, ohne Unterbrechung tief durch den Mund in die Brust zu atmen. Die so entstehende Hyperventilation führt zu einer Sauerstoffübersättigung. Mit der meditativen Präsenz des Heilers breitet sich Energie im ganzen Körper aus. Nach einer bestimmten Zeit kommen die für lange Zeit im Körper unterdrückten Emotionen, Blockaden, Traumata und Ängste zum Vorschein.

Der emotionale Ausdruck kann beträchtlich variieren und unterschiedliche Reaktionen im Körper hervorrufen (Lachen, Schmerzen, Weinen, Wohlbefinden, Vergnügen, Schreien, Wut…), abhängig davon, ob der Klient seinen Verstand zu kontrollieren versucht oder ob er loslässt.

Der Heiler begleitet den Klienten in seinem Ausdruck der Emotionen, aber er dirigiert, kontrolliert oder unterdrückt ihn nicht. Die Emotionen müssen sich vollkommen frei ausdrücken. Je stärker der Klient seine Emotionen ausdrückt, desto weiter wird seine Atmung und desto mehr beginnt er, eine Befreiung zu spüren. Er wird sich mehr und mehr in einem Zustand der inneren Harmonie und der Einheit mit seinem eigenen Wesen fühlen, in einem tiefen inneren Frieden, einem Raum, in dem sich die Probleme transformieren können.

Wenn der emotionale Ausdruck seinem Ende zugeht, legt sich der Klient auf die Seite, ruhig, still, entspannt. Der Heiler ist immer präsent mit ihm, zuhörend, offen, empfänglich, ihm zugewandt, und gestattet ihm so, einen Zustand des Wohlbefindens zu berühren.

Am Ende ist ein Ritual des Sichablösens unverzichtbar, das folgendermaßen abläuft: Der Heiler bittet den Klienten einzuatmen, während er selbst ausatmet, und er atmet ein, während der Klient ausatmet. Das Ritual wird zwei- bis dreimal mit einer fegenden Handbewegung über dem Körper des Klienten ausgeführt.

Zum Abschluss der Sitzung findet ein verbaler Austausch statt. Beide sitzen sich gegenüber und geben ein Feedback, eine Zusammenfassung dessen, was der Klient erlebt hat, und dessen, was der Heiler gespürt hat. Um sich zu trennen, ist eine Umarmung unentbehrlich.

Die Dauer einer solchen Energetic Breathing®-Sitzung beträgt mindestens eine Stunde.